Smartphone adieu – dank wilder Feierei

Es passiert bei einer Hochzeit in Kapstadt, Lisa war nur einen Moment unaufmerksam, hatte das Telefon auf dem Tisch liegen lassen, denn sie wollte dabei sein als die Gästeschar in voller Montur in den Pool sprang. Sie hatte sich nichts dabei gedacht, schließlich war man unter sich. Als sie wenig später triefend nass auf der Terrasse stand, war das Handy weg. Und mit ihm Lisas gesamtes Leben. So fühlte es sich zumindest an. Sie hatte das iPhone erst wenige Monate vor der Reise erstanden und eine ziemliche Summe dafür auf den Tisch gelegt.

Lisas iPhone war auch per Ortungsdienst nicht auffindbar und ist bis heute nicht wieder aufgetaucht. Ein Vorfall, der ihr schmerzlich bewusst gemacht hat, wie wichtig das Handy inzwischen für uns ist. Vorbei sind die Zeiten, als alte Nokia-Knochen nichts als Telefonnummern speicherten, die man halbwegs mühelos wieder updaten konnte. Inzwischen sind auf den Geräten auch Termine, vor allem aber Fotos und Videos gespeichert. Erinnerungen, die für immer verloren sind, wenn unserem Mobilphone etwas zustößt und die Cloud nicht aktiviert ist. Ist unser treuer Weggefährte dann erstmal weg, fühlen wir uns schnell ziemlich amputiert. So wie die Bloggerin Annemarie, die auf  travelonthebrain.de ihrem verlorengegangenen Handy gleich einen ganzen Post widmet: „Telefonspurt in Cairns – Als mein Handy am anderen Ende der Welt“ verschwand. Das nennt man dann digitale Trauerarbeit.

Handymania

Die Frage, welche Gegenstände wir aus unserer Wohnung retten würden wenn es brennt, lässt sich also einfach beantworten: Das Handy wäre ganz sicher dabei. Denn ein Leben ohne Handy ist vielleicht möglich – aber sinnlos. Egal wo wir sind, das Telefon ist immer dabei. Es ist fast schon so etwas wie ein verlängerter Körperteil und mitunter grenzwertig wie viel wir selbst in Gesellschaft am Display kleben. Und die Zahl der Handybesitzer steigt.

Über eine halbe Milliarde ausrangierter Geräte wartet inzwischen allein in den USA darauf, recycelt zu werden. Das entspricht etwa dem Gesamtgewicht von 250.000 Tonnen – oder aber 25 Eiffeltürmen. Auch die Zielgruppe wächst: Ein amerikanisches Unternehmen hat inzwischen ein Handy für den Hund entwickelt. Das sogenannte Petcell wird am Hals des Tieres befestigt, damit dieses über ein eingebautes Handy problemlos mit seinem Herrchen telefonieren kann.

Suche Handy, biete unterhaltsames Desaster

So viele Vorteile das Handy auch für uns hat, ein großer Nachteil ist nicht von der Hand zu weisen: Es ist für Verlust, Diebstahl und Schaden ziemlich anfällig. Dass die Geschichte, die hinter einem verlorenen oder kaputten Handy steht ziemlich unterhaltsam sein kann, ist da nur ein kleiner Trost. Wie viele Handys wurden schon im Klo versenkt, weil sie in der Jeanstasche steckten! Wie viele von dreisten Handtaschendieben gestohlen! Nicht zu denken an die unzähligen wilden Feiernächte in denen mit dem Verlauf des Abends auch gleich das Telefon in Gin Tonic ertrank.

Wann gibt’s Ersatz?

So lustig das mit etwas Abstand klingen mag, erstmal ist es ganz schön ärgerlich. Denn die Versicherung greift nicht in jedem Fall. Einen Handy-Verlust aufgrund von Wasserschaden kann eingereicht werden, eine Ehrenrunde in der Waschmaschine hingegen nicht. Wird es gestohlen, weil man es achtlos auf dem Tisch liegen lässt, so wie im Fall von Lisa, kann man nicht mit Schadensersatz rechnen. Nach einem brutalen Überfall der unter Einsatz körperlicher Gewalt stattfand, hingegen schon. Deshalb sollten Handybesitzer sich auch am Besten gleich ganz genau erkundigen, wenn sie eine Hausratversicherung abschließen.

Übrigens: In Finnland ist „Handyweitwerfen“ ein offizielles Hobby. Einmal im Jahr findet im finnischen Savonlinna sogar eine Weltmeisterschaft in der Disziplin statt. Nachahmern ist von der Sportart aber abzuraten. Eine deutsche Versicherung wird den Schaden den das Handy auf einem 90 Meter Flug nimmt, wohl kaum bezahlen …