Wahrnehmung von Risiken

Teil 1: Unnötige Risiken

Bei ONE bringen wir Erfahrung und eine neues Mindset zusammen, um Versicherungen im Kern zu überdenken.

Bei ONE glauben wir nicht an den Verkauf von Versicherungen, die unsere Kunden nicht brauchen. Wir bieten ihnen flexible Optionen, so haben unseren Kunden die Kontrolle über ihren Schutz, der genau zu ihrer individuellen Risikotoleranz passt. Wenn Sie bereit sind, für die kleinen Pannen im Alltag selbst zu haften, können Sie attraktive Prämienreduktionen genießen, wenn Sie das nicht wollen, ist es auch ok.
Das Wichtigste ist, dass Sie lernen Risiken zu verstehen und richtig einzuschätzen und einen kritische Haltung bewahren, wenn Ihnen ein Versicherungsschutz angeboten wird.

Kürzlich bin ich auf eine aufschlussreiche Studie über unsere Wahrnehmung von Risiken gestoßen, die mich über meinen Entscheidungsprozess beim Kauf einer Versicherung nachdenken ließ. Ich halte mich für eine vernünftige Person, die rationale Kaufentscheidungen trifft, aber nach dem Lesen der Studie war ich mir da plötzlich nicht mehr so ​​sicher. „Was ist der Zweck von Versicherungen und welche Risiken sind es wirklich wert versichert zu werden?“, fragte ich mich.

Die Studie analysiert die falsche Wahrnehmung von Risiken durch die Öffentlichkeit. Es erklärt, wie psychologische Effekte die Wahrnehmung gemeinsamer Risiken erheblich verzerren können und wie die Kluft zwischen wahrgenommener und realer Wahrscheinlichkeit eines unerwünschten Ereignisses zu irrationalen Entscheidungen und ungeeignetem Schutz führen kann. Lesen sie den gesamten Text Risikowahrnehmung & Risikorealität von Prof. Horst Müller-Peters (TH Köln) und Dr. Nadine Gatzert (FAU Erlangen-Nürnberg) und prüfen Sie Ihre eigene Risikowahrnehmung beim  Selbsttest.

Zurück zu meiner Frage: Ich definiere Versicherung als Mittel zur (finanziellen) Entschädigung im Falle eines Verlustes. Es liegt in der Natur der Sache, dass man im Allgemeinen nichts für sein Geld bekommt. Daraus kann man schließen, dass Versicherungen enttäuschend und nutzlos sind. So ist es natürlich nicht, aber es macht auch nicht immer Sinn.

Versicherungen sind dann sinnvoll, wenn der Verlust groß ist

Versicherungen können Ihnen den Rücken freihalten und Ihnen ein sorgloses Leben leben bescheren. Aber wie immer wenn etwas umsonst ist, hat es am Ende doch seinen Preis und es ist eine gute Idee, etwas genauer darüber nachzudenken, was und wie viel Schutz Sie wirklich brauchen. Ich rate Menschen, sich gegen jene Risiken zu schützen, die erhebliche finanzielle Verluste verursachen können. Die Definition von „substantiell“ hängt von der individuellen Situation ab und es gibt keine „one size fits all“ Lösung.

Für die meisten Menschen ist der Verlust ihres Hauses durch eine Überschwemmung oder ein Feuer, eine echte Bedrohung. Ebenso wie hochwertige oder schwer ersetzbare Artikel: Ihr Auto oder der Verlobungsring sind es wahrscheinlich wert, versichert zu werden (es sei denn natürlich der Kerl ist ein echter Versager und Sie sind eigentlich nur auf der Suche nach einem Grund, ihn zu verlassen).

Versicherungen werden niemals den emotionalen Verlust von unersetzbaren Dingen ausgleichen können – wie etwa Ihre Gesundheit, eine geliebte Person oder Ihre Fähigkeit zu leben – aber sie kann helfen die finanziellen Konsequenzen, die mit einem solchen Verlust verbunden sind, zu entschädigen. Und Versicherung kann Sie vor Ansprüchen schützen (denken Sie an einen Unfall mit einer Körperverletzung), die das Potenzial haben, die Grundlage Ihrer Existenz zu zerstören.

Genau diese Risiken, die das Potenzial haben, erhebliche finanzielle Schäden zu generieren, sind diejenigen, die man versichern sollte.

Die Versicherungsbranche ist auf Abwege geraten

Eigentlich würde man davon ausgehen, dass diese Risiken im Fokus der Versicherungswirtschaft stehen, aber das ist leider nicht ganz der Fall. Ich werde mit Angeboten überschwemmt, die mich vor jeder Kleinigkeit schützen wollen. Beim Kauf jeder Art von Ticket, sogar für Kinofilme, muss ich mich aktiv gegen einen Versicherungskauf entscheiden. Wenn ich einen neuen Fernseher kaufe, werden mir 5 Jahre Garantieverlängerung angeboten (obwohl er wahrscheinlich in 18 Monaten sowieso veraltet ist). Und meine Kreditkartenfirma wird nicht müde, mich mit einer Kreditbilanzversicherung (im Falle von Arbeitslosigkeit), Reiseversicherung (wenn mein Gepäck verloren geht) oder gar Kartenversicherung zu locken (für den Fall, dass meine Karte verloren geht oder gestohlen wird). In der Regel sind dies kleine Beträge, die nicht weiter weh tun, aber sie addieren sich zu einer stolzen Summe.

Ich gebe zu, ohne Smartphone zu sein, ist ein echtes Horrorszenario für einige von uns (ähnlich wie die Amputation eines primären Körperteils, richtig?) Aber ist es wirklich so eine lebensbedrohliche Situation, dass sie dafür eine Handy-Versicherung brauchen? Haben wir nicht gestern noch gesagt, dass das neue Modell eh viel cooler ist und wir einen Grund brauchen für ein Upgrade. Ich sage ja nicht, dass diese Art von Versicherung überhaupt nicht gerechtfertigt ist, aber aus rein ökonomischen Perspektive ist es eher ein schlechter Deal für die meisten Leute (ausgenommen die Leute, die sie verkaufen natürlich).

Wie in der genannten Studie dargelegt, neigen wir dazu, die tatsächlichen Risiken falsch zu beurteilen und konzentrieren uns eher auf häufige und kleinen Schäden anstatt die großen und weniger häufigen wahrzunehmen. Wir geben viel Geld für kleine Risiken aus, die wir besser in den Schutz vor Risiken investiert hätten, die unseren Lebensstandard gefährden könnten.