Interview mit DJ Hazy Pockets

Joel Black alias DJ Hazy Pockets zaubert mit seinen grandiosen Sets pure Freude auf jeden Dancefloor. Der Texaner, der seit vielen Jahren in Berlin lebt, schickt uns mit seinen energetischen Vibes in das erste sommerliche Wochenende des Jahres. Wir haben mit ihm über seine Passion für die Musik geredet.

Joel, wie kam es dazu, dass du DJ geworden bist?

Ich kann mich echt nicht an eine Zeit in meinem Leben erinnern, in der ich nicht das überwältigende, extrovertierte, brennendes Bedürfnis hatte Stimmungen mit Musik auszudrücken. Ich weiß noch genau, dass ich schon als kleiner Junge einen Stuhl vor die Stereo-Anlage meines Vaters geschoben habe, um über meinem Kopf den Plattenspieler zu erreichen und die Nadel auf eine meiner geliebten 12-Zoll-Platten fallen zu lassen. Ich war irgendwann echt geschickt darin, Songs so starten zu lassen und dann sprang ich von meinem Stuhl zurück und begann meine kleinen – komplett durchchoreografierten – Tänze auf dem Sofa. Pointer Sisters ‚Automatic‘ war der Party-Starter. Klar haben sich die Erwachsenen immer sehr über mich amüsiert, habe ich habe schon damals kapiert, dass ich, wenn ich Platten in der richtigen Reihenfolge spielte, oft ziemlich gut die Aufmerksamkeit und Emotionen der Erwachsenen steuern konnte. Plötzlich gehört ich irgendwie zur Gruppe dazu. Mit etwas besserer Technik und einer breiteren Musikauswahl mache ich heute immer noch dasselbe. Deejaying schafft sofort eine Gemeinschaft. Es macht extrem süchtig.

Welche Musik bzw. welche Musiker inspirieren dich am meisten?

Ich kann keine Namen oder Genres nennen, aber gerne erklären, wie Inspirationen für mich funktionieren. Es ist ein ganz instinktiver Prozess. Seit ich 13 Jahre alt bin, habe ich mit dem Spielen, Aufnehmen und Aufführen von Musik zu tun – sobald ich großartige Musik höre, dekonstruiere ich die Bestandteile und versetze mich selbst in das fantastische, imaginäre Universum innerhalb des Liedes… so als wäre ich Teil der Band, die den Song gerade spielt oder aufnimmt.  Es gleichzeitig aufregend und inspirierend. Ich mag selbstbewusste Musiker. Ich liebe Leute, die aus etablierten Pop-Momenten, völlig unerwartet, Hardcore-Club-Dance-Musik machen und so eine neue Magie entsteht.

Was ist die perfekte Party für dich?

Eine Party ist immer dann besonders schön, wenn Leute happy und absolut frei sind von jeglichen negativen Gefühlen und Urteilen. Einfach – so wie sie sind – im hier und jetzt tanzen, kichern und leben. Eine entzückende Freakshow von Leuten, die sich gegenseitig inspirieren. Laut und stolz.

Beschreibe deinen Musikstil – wie klingt das perfekte Set für dich?

Mein Musikstil: Club-DJ Acid-Disco-Hip-Hop-Musik. Tanzbare Musik, mit einer Menge Energie und Körperlichkeit. Elektronisch, aber immer mit funky Bass, Claps und Hi-Hats…oft mit Gesang. Und gerne viel Humor. Ein perfektes Set ist eine gelungene Mischung aus technisch versierten DJ-Skills, aber was wirklich zählt ist die Song-Auswahl für den jeweiligen Ort und Raum, wo das Set gespielt wird… Enthusiasmus goes a very long way.

Dein Lieblings-Track im Moment?

Ich mag gerade besonders die Thompson Twins – Beach Culture, wie es etwa Danielle Baldelli spielt.

Den Sound zur Einstimmung für euer Wochenende könnt Ihr hier hören.